Frei.Wild

14.06.2015

Die Band Frei.Wild bezeichnet sich selbst als nicht politisch. Diese Aussage ist – kritisch betrachtet – jedoch sehr fragwürdig. Phillip Burger, Sänger und Haupttexteschreiber der Band, sagt selbst: „Skinheads dürfen jederzeit kommen, auch rechte Skinheads – die müssen sich nur ordentlich benehmen.“ Dies zeigt deutlich, dass sie keine klare inhaltliche Distanzierung zu Neonazis vornehmen. Die von Burger getroffene Aussage sagt aus, dass eine Abgrenzung zu rechtsextremen Verhalten, aber nicht zu menschenverachtenden Einstellungen stattfindet.

Die Musik und die Texte, die Frei.Wild macht kann man als „Identitätsrock“ bezeichnen, welcher mehr oder weniger subtil nationalistische und völkische Ideologie vermittelt, ohne die Menschen abzuschrecken. Dem sind selbst die NPD und andere Neonaziorganisationen äußerst zugetan, welche den „Identitätsrock“ als „Einstieg“ in ihre Ideologie betrachten.

Frei.Wild selbst propagieren zwar, offen für Kritik zu sein, jedoch schmettern sie jegliche inhaltliche Kritik begründungslos ab und gehen ihr aus dem Weg. Beispielsweise wurden Frei.Wild und Thomas Kuban, Journalist und Kritiker von Frei.Wild, zu einer Radio-Gegenüberstellung eingeladen, aber Frei.Wild erschien nicht.

Frei.Wild dagegen bevorzugen es eher, den Kritiker persönlich anzugreifen, z.B. haben sie versucht, den Journalisten Thomas Kuban zu diskreditieren, nachdem dieser einen Artikel darüber veröffentlicht hat, wie rechts Frei.Wild wirklich ist. Sie sehen sich selbst als Opfer sogenannter „Gutmenschen“ und „Moralapostel“.

Ein Beispiel für die völkisch-nationalistische Ideologie Frei.Wilds ist das Lied „Wahre Werte“, in dessen Video dem "Befreiungsausschuss Südtirol" (BAS) gehuldigt wird. Dieser verübte Sprengstoffanschläge und wurde von ehemaligen SS-Mitgliedern unterstützt.

Auch die Vergangenheit von Phillip Burger ist ein deutliches Indiz für die Ideologie der Band. Vor Frei.Wild war er Sänger der Rechtsrock-Band „Kaiserjäger“, die sich ein halbes Jahr vor der Gründung von Frei.Wild auflöste. Die Auflösung der Band fand nach einem Konzert statt, welches in einer Massenschlägerei zwischen deutschen und italienischen rechten Skinheads eskalierte.
Burger selbst war bei der Partei „Die Freiheitlichen“ aktiv. Diese stellt das Südtiroler Äquivalent der österreichischen FPÖ dar.

Interessant ist auch der Vorwurf der Neonaziband „Stahlgewitter“, Frei.Wild habe Passagen aus einem ihrer Lieder kopiert.

Quellen:

http://www.getaddicted.org/artikel/items/interview-thomas-kuban-onkelz-npd-nsu-frei-wild.html

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.interview-ueber-musikszene-freiwild-machen-eindeutig-rechtsrock.5d1ce6a2-4c57-41c8-8b9f-8a688c4155d8.html
http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2013/03/17/frei-wild-und-ihr-volkischer-regionalpatriotismus_11995

http://www.sueddeutsche.de/kultur/streit-um-urheberschaft-neonazi-band-wirft-freiwild-song-klau-vor-1.1669076

http://www.publikative.org/2013/03/15/live-streitgesprach-kneift-frei-wild-sanger-burger/

http://www.publikative.org/2012/10/31/frei-wild-unpolitischer-hass-auf-gutmenschen/

http://songs.frei-wild.net/song/gutmenschen-und-moralapostel/